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Hund rettet verunglückte Frau: Familie sucht Helfer

Von: Hans-Peter Leisten
Letzte Aktualisierung:
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Sie kann wieder lachen: Die Familie von Ingrid Bragard hofft, dass sich die Helfer bei ihr melden. Foto: privat

Aachen/Würselen. Verwunderung, Sorge, größte Angst – und dann unglaubliche Erleichterung: So lässt sich die Gefühlswelt der Familie Bragard beschreiben. Sie hat dieses emotionale Wellental am vergangenen Wochenende – man darf das so sagen – durchlitten. Mit glücklichem Ende, was sie – so unglaublich das klingen mag – zu großen Teilen einem fremden Hund zu verdanken hat.

Dem Tier ist die Familie genauso wie seinen Haltern zu großem Dank verpflichtet und würde dies auch gerne ausdrücken, wenn sie denn die Retter kennen würde. Angefangen hatte alles unspektakulär, wie Mutter Helga Bragard erzählt. Alltag einer Familie an einem Samstag in Würselen, der Schwiegersohn ist mit seinem kleinen Hund bei Helga Bragard, um eine Satellitenschüssel zu montieren.

Als er am Nachmittag des 6. Dezember wieder nach Hause kommt, ist seine Ehefrau Ingrid, also Helga Bragards Tochter, verschwunden. Der Mann sucht das ganze Haus ab, befragt die Nachbarn, läuft schließlich zweimal durch ganz Würselen. Dass seine Frau an Multipler Sklerose leidet, macht die Sorge noch größer. Eine Vermisstenmeldung habe man bei der Polizei erst nach 24 Stunden abgeben können, berichtet die Mutter.

Es folgt eine Nacht der erzwungenen Tatenlosigkeit, die Sorge wird immer größer, an Schlaf ist nicht zu denken. Als der Schwiegersohn am Sonntag wieder zu Polizei fährt, ereilt ihn der erlösende Anruf einer Nachbarin – die Vermisste ist gefunden und liegt inzwischen in Bardenberg im Krankenhaus. Die Frau war bei einem kleinen Spaziergang in der Nähe eines Reiterhofes im Bereich Hühnerwinkel/Elchenrather Kreuz gestolpert, gefallen, in eine Senke gerutscht und nicht mehr in der Lage, sich zu befreien. Hilferufe verhallten ungehört.

Am Sonntagmittag kommt dann der Hund ins Spiel. Er wittert die Frau und bellt so lange, bis seine Halter kommen und die Verunglückte entdecken. Der Mann – so kann sich Ingrid Bragard noch erinnern – habe seine Frau zum benachbarten Reiterhof geschickt, um sofort die Rettung zu alarmieren. Er selbst stand der Gestürzten vor Ort bei. Als sie ins Krankenhaus kommt, beträgt ihre Körpertemperatur nur noch 32 Grad – womit sie nach Aussage des behandelnden Professors dem Tode näher als dem Leben ist.

Das Schlimmste überstanden

Inzwischen ist das Schlimmste überstanden, die Genesung schreitet zügig voran. Auch wenn das Verarbeiten der furchtbaren Nacht noch dauert, blickt die gesamte Familie nicht nur nach vorne, sie will sich vor allem bei dem zwei- und vierbeinigen Retter-Trio bedanken, kennt aber weder Name noch Adresse.

Die Hoffnung ist, dass sich die Retter hier wiederfinden und bei Familie Bragard, Telefon 02405/14320, bitte Anrufbeantworter nutzen) melden. „Uns ist es ein ganz großes Anliegen, den Helfern zu danken“. sagt Helga Bragard sichtlich bewegt und ergänzt: „Wir möchten nicht zu Ende denken, was ohne sie geschehen wäre.“

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